Zurück zur Startseite

Vichel - ein liebenswertes Dorf im Ruppiner Land!

 

       ÜBERNACHTUNG


      DER DORFLADEN


      LINKS


      UND DANN NOCH


 

VICHEL

Das kleine Rundlingsdorf im Ruppiner Land (Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Bundesland Brandenburg) verfügt über einen ganz besonderen Charme - hier man kann "die Seele baumeln lassen". Verwunschene Ecken, interessante Gebäude, Öko- und Kunstbetriebe, Kraniche und andere Zugvögel im Frühjahr und Herbst, Spielplatz, Gutspark mit Teich - es gibt viel zu entdecken und erleben:

Das Gutshaus "Schloss Vichel" wurde im Januar 2005 von der anthroposophisch ausgerichteten "Gesellschaft zur Förderung musischer Erziehung in der sozialen und therapeutischen Arbeit (GzF) e.V." ersteigert. Seit 2006 öffnet dort das KULTUR-KAFFEE jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14.00 - 18.00 Uhr zum Kuchenbufett mit kultureller Untermalung. Das Gutshaus bietet außerdem Platz für kulturelle Veranstaltungen und private Feste.
Am Dorfanger befindet sich Künstlerhof "Vichelarium" von Elke Wagner (Bildhauerin, Werkstoff Beton) und Frank Dornseif (Bildhauer, Werkstoff Stahl).
In der Dorfstr. 20 finden Sie die "Keimzelle" von Eve Bubenick und Winni Brand: hier wird demeterzertifiziertes Öko-Saatgut alter Kulturpflanzen für den Hobbygärtner erzeugt. Alternative Anbaumethoden kann man im Schaugarten besichtigen. Und in der "Holzkopf"-Werkstatt Holzkunst und Möbelskulpturen erstehen.
Und - last but not least - viele Lebensmittel - regional erzeugt und überwiegend BIO - können Sie in unserem ökologischen Dorfladen erstehen und dabei einen guten Wein genießen.

Eine Besichtigung der Kirche ist möglich.

EINE KLEINE HAUSGESCHICHTE

Unser Fachwerkhaus ist ca. 300 Jahre alt und steht seit 1890 am jetzigen Platz. Ursprünglich diente es seit Beginn des 18. Jahrhunderts als Poststation und Gastwirtschaft an der alten Poststraße von Berlin nach Hamburg, der heutigen B 5. Es stand zwischen Friesack und Neustadt/Dosse am Abzweig nach Dreetz. Nach dem Bau der Eisenbahn im 19. Jahrhundert erübrigte sich die Verwendung, so dass die Vicheler Gutsbesitzerfamilie von Quast es erwarb und als Wohnhaus zunächst für den 1. Leibdiener und zuletzt für den Kutscher Schipplock am jetzigen Standort verwendete. Von der Bauzeit künden die Eisenbahnschienen, mit denen der Gewölbekeller im vorderen Hausteil erstellt wurde. Sie tragen die Aufschrift "Phönix 1856".

Das Haus wurde erstmalig in der ersten Hälfte der 1990er Jahre saniert, wies aber nach unserer Übernahme im August 2005 erhebliche Schäden auf. In liebevoller Arbeit wurde es von uns restauriert. Es ist hauptsächlich mit Lehminnenputzen versehen, die zu einem kleinen Teil mit Lehm- und zum größeren Teil mit Silikatfarben abgedeckt sind. Die Holzfußböden sind durchgängig aufgearbeitet und mit einem Lack auf Wasserbasis behandelt. Das neu mit Biberschwänzen gedeckte Dach ist mit Holzfaser-Dämmstoffen isoliert, die ein gesundes Wohlfühlklima in den Räumen schaffen. Hier wirken ein optimaler sommerlichen Hitzeschutz, ein guter Schall- und ein zuverlässiger Brand- und Feuchtschutz. Das heißt, hitzefrei Schlafen im Sommer, wohlig warm im Winter und zu jederzeit ruhig ein angenehmes Raumklima genießen.
Durch die Verwendung dieser Materialien ist unsere Ferienetage mit den zwei Ferienwohnungen und zwei "Alkoven" auch für Allergiker geeignet. Sie bietet Unterkunft für jeden Geschmack: Egal ob Sie als Paar, als Familie, als Gruppe (bis zu 9 Personen), als Pilger, als Radwanderer oder einfach als Individualist kommen - ob Sie einen langen oder kurzen Aufenhalt oder nur eine Übernachtung wünschen - Sie werden den Aufenthalt genießen!

Eine kleine Rarität: in unserem Haus existieren zwei ursprünglich erhaltene sogen. schwarze Küchen, d.h. Räucherkammern. Eine davon haben wir zu einem Hauswirtschaftsraum, die andere zu einer Lehmsauna umgebaut.

Unser Grundstück (1200 m2) ist zweigeteilt:

Rechts vom Haus befindet sich der Wirtschaftsgarten, der u.a. zum Lagern vom Brennholz für unsere Öfen, für unsere Zisterne (16.000 l Wasser zur Gartenbewässerung) sowie zur Erzeugung von Kompost und Humus genutzt wird.

Auf der anderen Seite finden Sie eine Rasenfläche mit einer Sitzgruppe für bis zu 12 Personen, eine Feuerstelle -
und was man noch zum Relaxen und Genießen benötigt.

Daran schließt sich der Gemüsegarten mit Beerensträuchern und etwa 30 Gemüsearten an.
Genug, um uns über das ganze Jahr zu versorgen - natürlich ökologisch angebaut!

Der Gemüsegarten Gute Ernte! Blick aus dem Fenster

Zur der Seite "Ferienwohnungen"

RUND UM VICHEL

Es ist eine reizvolle Landschaft um Vichel herum - direkt an der Kante zwischen dem Rhinluch (einem Teil des Urstromtales, in dem das Wasser der Eisberge abfloss) und der eiszeitlichen Grundmoränenlandschaft gelegen.

Auf der Südostseite findet sich die fast unendlich erscheinende Weite des Luchgebietes. Diese lädt zu herrlichen Radtouren und Spaziergängen ein. Ursprünglich eine Moorlandschaft, wurde das ca. 10 mal 30 km große Gebiet von Friedrich dem Großen trockengelegt und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht.

Schafherde bei Vichel

Kraniche im Frühjahr

Vicheler Impressionen

Pilzesammeln im Herbst

Ski-Langlauf im Winter

Von Westen bis Norden lehnt sich die leichte Hügellandschaft der Grundmoränen an, abgegrenzt durch die Kyritzer und Ruppiner Seenketten. Eine beschauliche Landschaft, direkt vor den Toren der Bundeshauptstadt Berlin, die zu zahlreichen Ausflügen einlädt: die Fontanestadt Neuruppin, die Stadt der Pferde Neustadt/Dosse, in der Nähe der Ritter Kalbutz, Rheinsberg, Kyritz und vieles andere mehr.

EINE KLEINE ORTSGESCHICHTE

Vichel, gelegen im Bundesland Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, ist in seiner ursprünglichen Form als Rundlingsdorf noch weitestgehend erhalten. Erstmalig wurde der Ort 1478 erwähnt.

Vichel und der Nachbarort Garz werden geprägt durch zwei im 19. Jahrhundert entstandene Gutshäuser. Die dahinter liegenden Parkanlagen stellen eine Einheit dar, reizvoll geteilt durch den Lauf des Flüsschens Temnitz.

Die Gutshäuser wurden errichtet von der Familie von Quast, seit dem 14. Jahrhundert im Kreis Ruppin ansässig. Von diesem Zeitpunkt an bis Ende des 2. Weltkrieges befanden sich die Güter Vichel, Garz, Rohrlack, Küdow, Damm, Radensleben und Wutzetz fast durchgehend im Quastschen Besitz.

DAS GUTSHAUS

Seit dem 18. Jh. ist das Dorf Vichel geprägt durch das zentral gelegene Gutshaus der Familie von Quast.
In den 40er-Jahren des 19. Jh. brannte die Kirche ab. Dieses Ereignis leitete eine grundlegende Erneuerung der herrschaftlichen Dorfgestaltung ein. Bis 1860 entstand ein neues Gutshaus, Vorbild war eine norditalienische Villa.
Das Gutshaus war seitlich flankiert von mächtigen Wirtschaftsgebäuden. Das Portal blickte nach Nordwesten auf die neue Dorfkirche mit einem neuen Friedhof (auch geprägt von italienischen Vorbildern). Die Gartenfront mit Veranda und Terrasse war einem völlig erneuerten Gutspark zugewandt, zeitgemäß nach Potsdamer und englischem Vorbild als Landschaftsgarten angelegt. Über Gartenteich und Wiese glitt der Blick hinaus in das Luch, mit seinen weiten Grünflächen und einzelnen Baumgruppen. Eine weitere Blickbeziehung bestand zum Gutshaus im nördlich benachbarten Garz, in dem auch eine Quast-Familie lebte. Beide Häuser und ihre Parks befinden sich kaum zwei km voneinander entfernt. Zwischen ihnen fließt die Temnitz, die wenig später in den Rhin, bzw. heute in den Rhinkanal mündet.
Der Vicheler Park enthielt schon im 19. Jh. bereits einige ältere Gehölze, vor allem Eichen und Hainbuchen. Darüber hinaus stattete man ihn mit farblich und im Wuchs kontrastierenden Gehölzen, wie Blutbuchen und Säuleneichen, Koniferen, Linden, Kastanien, einer Platane und einem Liriodendron tulipfera (Tulpenbaum) aus Nordamerika aus. Bis zum 2. Weltkrieg befand sich der Park wie die meisten anderen märkischen, mecklenburgischen und pommerschen Gutsparke in gutem Pflegezustand.
In der DDR-Zeit diente das Gutshaus mit Amtsstube, Konsum, Post, Speisesaal und Kindergarten als Gemeindezeitrum von Vichel. Den Gutspark trennte man grundbuchlich vom Herrenhaus und übertrug die Verfügungsrechte an die Forstverwaltung. Tatsächlich verwandelte er sich zwischen 1945 und 1990 in eine geschlossenen Waldfläche, da Ahorn- und Eschensämlinge alle offenen Flächen spontan "besetzten".
1991 fanden das Gutshaus und die Wirtschaftsgebäude einen neuen Eigentümer, der aber wegen juristischer Komplikationen und sich anbahnender finanzieller Schwierigkeiten das Ensemble nicht halten konnte. Im Mai 2000 kaufte der Kulturverein Temnitztal e.V. den Gutspark von der Treuhand. Das Gutshaus wurde im Januar 2005 von der Gesellschaft zur Förderung musischer Erziehung in der sozialen und therapeutischen Arbeit (GzF) e.V. erworben. Seit 2006 öffnet regelmäßig einmal im Monat das KULTUR-KAFFEE. Das Gutshaus bietet außerdem Platz für kulturelle Veranstaltungen und private Feste.
Im Jahr 2007 wurde das gesamte Dach denkmalschutzgerecht saniert.

DIE DORFKIRCHE

Die Dorfkirche in Vichel wurde im Jahre 1867 als Backsteinbau in Form einer Kreuzkirche mit Apsis und quadratischem Westturm errichtet. Sie stellt in ihrer Gestaltung und Detailausbildung mit ihrem italienisch-romanisierenden Stil eine Besonderheit unter den vergleichbaren Bauwerken der Umgebung dar. Maßgeblich an dieser Stilgebung beteiligt war der berühmteste Vertreter der Familie von Quast, Wilhelm Robert Alexander Ferdinand von Quast. Er wurde 1807 in Radensleben geboren. In Berlin studierte er Theologie und Kameralistik, danach Architektur an der Bauakademie. 1843 ernannte ihn Friedrich Wilhelm der IV. auf Empfehlung Schinkels zum ersten Generalkonservator der Kunstdenkmäler des preußischen Staates. Er war ein Kenner der italienischen Architektur. Seine langjährigen Studien in Norditalien wirkten anregend auf das Bauen im Ruppiner Land, so auch auf die Kirche in unserem Dorf.

Viel Mühe, Geld und Zeit ist nach der Wende bereits in die Sanierung der Vicheler Dorfkirche geflossen. Seinerzeit musste die Kirche für die Kirchenbesucher gesperrt werden: Im Bereich der Holzpodeste, der Wandkonstruktionen und Orgelempore hatte sich der Echte Hausschwamm angesiedelt. Auf Grundlage eines Gutachtens wurden dann erste Schutzmaßnahmen ergriffen. Die Belüftung wurde verbessert und eine Sicherungskonstruktion stabilisierte das Bauwerk.

Aber der Schwamm setzte sein Zerstörungswerk weiter fort.

Die Rettung: Im Februar 2007 beschloss der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Manker-Temnitztal, die Schwammsanierung der Kirche in Vichel durchzuführen, um sie vor dem Verfall zu retten. In den anderen Dörfern waren dadurch außer notwendigen Kleinreparaturen keine größeren Bauvorhaben finanzierbar, aber man wollte ein deutliches Zeichen der Hilfe für und Solidarität mit den Menschen in Vichel setzen. 160.000 Euro wurden für den ersten Bauabschnitt "Notsicherung Kirche Vichel" zur Verfügung gestellt. Am 4. Oktober 2008 wurde die Kirche bei einem feierlichen Gottesdienst mit 150 Besuchern wiedereröffnet

Unterstützung bekam das Sanierungsvorhaben durch den Kulturverein Temnitztal e.V und den am 17.01.2007 gegründeten Förderverein Vicheler Dorfkirche e.V.

Der erste Sanierungsabschnitt, die eigentliche Schwammsanierung, wurde von März bis August 2008 durchgeführt:
Außenwände und Innenraum der Kirche wurden mit riesigen Gerüsten versehen, das alte Schieferdach abgedeckt, Balken für Balken kontrolliert, die morschen Teile entfernt und millimetergenau neue Balken eingepasst, 1 m des Putzes an der oberen Mauerkrone entfernt, kontaminiertes Mauerwerk ab- und wiedereingebaut und eine Bohrlochinjektion durchgeführt, Unmengen von befallenem Holz und Mauerwerk abtransportiert.
Der Förderverein Vicheler Dorfkirche e.V. finanzierte im Sommer 2008 die Rekonstruktion der Holzinnendecke und die Farbbefunderhebung.

Der Schwamm ist beseitigt, aber viele weitere Teilschritte sind nötig, um die Kirche wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen: Verputzen und Bemalen der Wände, Rekonstruktion des Fußbodens, Sanierung der Außenwände, Sanierung des Turms, Möblierung, Beleuchtung, Beheizung.

Nach vollbrachter Schwammsanierung ist der Verein dabei, gemeinsam mit der Kirchengemeinde Konzepte zum lebendigen Gebrauch der Kirche zu entwickeln. So sind in der Kirche Konzerte oder Theatervorstellungen und Ausstellungen geplant. Aber es gibt weitere Ideen: eine Geschichtsmeile, eine Spezialschau Alte Häuser im Ruppiner Land mit Dorfchronik, Ausstellungen zur Entwicklung von Landwirtschaft, Handwerk, Bauwerken, ein Dauerausstellungsort zur Erhaltung des Rhinluchs im Hinblick auf die Klimafolgenproblematik, Naturbeobachtung auf dem Kirchturm, etc. Viele Ideen sind bereits zusammengetragen! Eine Belebung der Kirchenroute und eine Wiedereinbeziehung der Vicheler Dorfkirche in den "Mittelalterlichen Pilgerweg Berlin-Wilsnack" wird erfolgen. Viele Pilger machen bereits jetzt in Vichel Station, um einen Blick auf und in das Gotteshaus zu werfen.
Vorstand Förderverein Vicheler Dorfkirche e.V.: Claudia Pirch-Masloch, Axel Schulz, Veronika Schnabel
Spendenkonto: Förderverein Vicheler Dorfkirche, Kontonummer 1720041446, BLZ 16050202, Sparkasse OPR